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Richtfest – Wer besorgt den Richtkranz?

Das Richtfest ist ein Fest mit einer jahrelangen Tradition, denn es ist bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Damals wie heute wird jedes Haus mit einem Richtkrankz geschmückt. Alternativ zum Krank kann auch der Richtbaum geschmückt werden.



Der Richtkranz

Bekannt ist der Richtkranz in vielen Regionen auch als Richtkrone. Er hat vier aufgesetzte Bügel und wird aus Stroh oder anderem Material gebunden. Mit Tannenzweigen oder anderem Baumgrün geschmückt, ziert der Richtkranz schließlich das Dach. Alternativ zum Richtkranz oder der Richtkrone kann auch ein Richtbaum geschmückt werden. Mit bunten Bändern versehen, wird dieser direkt am First des neuen Hauses befestigt. Ganz egal, ob man sich für einen traditionellen Richtkranz oder den Richtbaum entscheidet – eines von beiden ist ein Muss an diesem besonderen Tag. Traditionell wird der Richtkranz vom Zimmermann am Dachstuhl befestigt. Für die Organisation des Kranes ist jedoch immer der Bauherr verantwortlich.

Einen Richtkranz kaufen

RichtkranzVerantwortlich für den Richtkranz ist der Bauherr. Hat man sich Vorstellungen über das Aussehen gemacht oder eine Bildvorlage, kann der Richtkranz im Blumengeschäft und bei jedem Floristikhandel in Auftrag gegeben werden. Dabei kann man der Fantasie freien Lauf lassen. Ganz egal, ob schlicht, traditionell oder eher ausgefallen – beim Richtkranz ist jedes Design erlaubt. Wichtig ist, dass der Kranz groß genug ist und jedem ins Auge fällt.

Wer gerne selbst kreativ ist und sich das Herstellen des Kranzes nicht nehmen lassen möchte, der kann seinen Richtkranz natürlich auch selbst binden. Dazu sind die folgenden Utensilien nötig:

  • starker Draht
  • Zange
  • Tannengrün
  • Stroh
  • bunte Bänder
  • Deko

Hat man das Grundgerüst aus Draht gebunden, wird der Kranz zuerst mit Stroh umwickelt, bis er eine gleichmäßige Form bekommen hat. Danach ummantelt man den Kranz mit Tannengrün und schmückt ihn schließlich mit vielen bunten Bändern, die später im Wind flattern sollen.

Richtkranz, Richtspruch und Richtfest

Erst wenn der Dachstuhl steht, kommt der Richtkranz ins Gespräch. Nachdem der Hausherr diesen besorgt hat, wird er vom Zimmermann am Dachstuhl angebracht. Anschließend ist es auch der Zimmermann, der eine kurze Rede, den sogenannten Richtspruch, hält. Damit dankt er zum Einen dem Bauherren für die Arbeit und zum Anderen ist der Richtspruch auch ein Glücksbringer. Er soll den Hausbesitzern Glück und Segen bringen und sie im neuen Heim stets gut schützen.

Nach altem Brauch gönnt sich der Zimmermann oben auf dem Dach sitzend einen kleinen Schnaps und wirft anschließend das Glas auf den Boden. Anschließend muss auch der Bauherr auf das Dach und schlägt dort, wie es die Tradition fordert, den letzten Nagel ins Gebälk. Ist dieses Ritual vollzogen, dann erst beginnt das Richtfest.

Beim Richtschmaus sind alle Gäste anwesend: Bauherren, Zimmermänner, Arbeiter, Freunde, Verwandte, Bekannte und natürlich auch die zukünftigen Nachbarn. Ebenso wie der Bauherr für das Beschaffen von einem Richtkranz verantwortlich ist, plant und organisiert er auch das Richtfest. Lässt das Wetter es zu, dann wird das Fest natürlich direkt im Freien gefeiert. Tische und Bänke sind bestens geeignet. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, wenn neben Speisen auch viele Getränke für Groß und Klein vorhanden sind.

Wie lange man den Richtkranz hängen lässt, hängt von jedem selbst ab. Es gibt viele Familien, deren Kranz auch nach mehr als zehn Jahren noch den Dachboden schmückt. Ein alter Aberglaube verbreitet, dass es Unglück bringt, wenn man ihn abnimmt.